DWA-Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland

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Aktuelles

Fachkräftemangel bremsen – Aufruf zur Ausbildung

Niedrige Bewerber*innenzahlen um Ausbildungsplätze bei UT-Berufen – Gemeinsamer Aufruf von Berufsschule und DWA

Nachdem die Anzahl der Azubis der Fachkraft für Abwassertechnik in den Klassen der Hans-Viessmann-Berufsschule Frankenberg in den letzten Jahren konstant zugenommen hatte, brach dieser Trend im Jahr 2021 ein. Viel zu wenige Jugendliche entscheiden sich für die Ausbildung auf der Anlage, viele Ältere verlassen ihren Posten in den nächsten Jahren aus Altersgründen. Die Viesmann-Schule ruft deshalb gemeinsam mit der DWA in einem Appell die Abwasserbetriebe dazu auf, aktiv um Ausbildungsinteressierte in den Haupt- und Realschulen zu werben und ihnen den heimatnahen, vielseitigen und krisensicheren Beruf für ihre Zukunft ans Herz zu legen.
Interessant für ausbildende Betriebe ist hierbei auch ein Ausbau des Programms "Ausbildungsplätze sichern“ der Bundesregierung. Im Zuge der Corona-Pandemie wurde die Ausbildungsprämie für Betriebe verdoppelt und beträgt nun bis zu maximal 6.000 Euro pro Azubi ab dem Ausbildungsjahr 2021.
Die dringende Bitte an alle Abwasserbetriebe lautet deshalb: Dem sich anbahnenden Fachkräftemangel kann nur mit einer neuen Generation an jungen, motivierten und gut ausgebildeten Kolleg*innen begegnet werden. Bilden sie aus!

 

DWA startet Social-Media-Sommeraktion

Das Coronavirus sorgt bei vielen für eine Änderung der Reisegewohnheiten. Urlaub und Freizeitaktivitäten in Deutschland und der eigenen Region rücken in den Fokus.
Vom 1. Juli bis zum 30. September 2021 wird es deshalb jeweils donnerstags unter dem Hashtag #WasserErleben auf LinkedIn, Twitter und ggf. auch Instagram Ausflugstipps rund ums Wasser geben.

Wir möchten aber die Follower auf unseren Social-Media-Kanälen, vor allem aber auch Sie/euch gern dazu bewegen, eigene Vorschläge und gern auch Fotos von besonders tollen Orten beizusteuern. Dazu haben wir auf der DWA-Homepage ein neues Padlet eingestellt, in das Empfehlungen für nachhaltige Freizeitangebote im, am oder auf dem Wasser auf einer Landkarte eingetragen werden können. Der regionale Bezug ist so schnell zu erkennen.

Vielen Dank und viel Spaß!

So schädigen Medikamente die Umwelt

Medikamente sind für die menschliche und tierische Gesundheit unverzichtbar. Jedoch führen der hohe Verbrauch und der teilweise unkritische Umgang mit Arzneimitteln zu einer Zunahme von schädlichen und oft langlebigen Rückständen in der Umwelt.

In den Gewässern in Rheinland-Pfalz finden sich verschiedene Arzneimittelrückstände, deren Wirkungen auf den Menschen bisher noch wenig erforscht sind. Einige Forschungen haben jedoch ergeben, dass sich die Medikamentenrückstände negativ auf das Verhalten von Fischen auswirken. Dies kann weitreichende Folgen für unser Ökosystem haben, das auf einem sehr empfindlichen Gleichgewicht beruht.

Weitere Informationen sowie den Fernsehbericht aus der Landesschau Rheinland-Pfalz vom 14.01.2020 finden Sie in den nachfolgenden Links:

Filmbeitrag vom 14.01.2020

Informationen zu dem Bericht

Bundesregierung entwickelt erste Maßnahmen gegen Spurenstoff-Belastung

Die Bundesregierung bereitet erste Maßnahmen vor, um Flüsse und Seen in Deutschland besser vor sogenannten Spurenstoffen zu schützen. Heute findet im BMU die erste Sitzung eines neuen ExpertInnengremiums statt, das künftig regelmäßig begutachten wird, wie gefährlich einzelne Spurenstoffe sind. Außerdem sollen Hersteller und gesellschaftliche Gruppen bei mehreren Runden Tischen zusammenkommen. In einer einjährigen Pilotphase sollen dort erste Maßnahmen entwickelt und testweise umgesetzt werden. Den Auftakt macht ein Runder Tisch zu Röntgenkontrastmitteln am 16. Dezember. Diese Mittel erschweren unter anderem die Trinkwassergewinnung.

Spurenstoffe sind Chemikalien, die zum Beispiel beim Einsatz von Arznei- oder Pflanzenschutzmitteln sowie Wasch- und Pflegemitteln entstehen. Diese Chemikalien lassen sich in Klärwerken kaum zurückhalten, weshalb sie häufig in die Umwelt gelangen. Schon in geringen Mengen können sie sich schädlich auf die Tier- und Pflanzenwelt in Gewässern auswirken. Da wo sie vorkommen, erschweren sie die Gewinnung von Trinkwasser.

Vor diesem Hintergrund hat das BMU einen Stakeholder-Dialog zur Erarbeitung einer Spurenstoff-Strategie gestartet. Die dabei beteiligten Verbände haben sich auf einen breiten Maßnahmenkatalog geeinigt, um die Umweltbelastung mit Spurenstoffen zu verringern. Dazu gehört auch die Einrichtung eines unabhängigen ExpertInnengremiums zur Bewertung von Spurenstoffen. Diese erfolgt anhand der im Stakeholder-Dialog erarbeiteten Bewertungskriterien. Dem Gremium gehören 15 Experten und Expertinnen aus Bundesbehörden, Bundesländern, Industrie, Umwelt- und Wasserverbänden an, sie treffen sich heute zu ihrer Auftaktsitzung, um auf Grundlage von Vorarbeiten des Umweltbundesamtes erste Spurenstoffe auf ihre Relevanz für die Gewässer zu bewerten.

Für ausgewählte, als relevant bewertete Spurenstoffe werden jetzt Minderungsmaßnahmen erarbeitet, die an den jeweiligen Quellen ansetzen. Dies passiert an Runden Tischen, die die Hersteller der Produkte verantworten, welche die Spurenstoffe verursachen. Als Erstes wird es um die Gruppe der Röntgenkontrastmittel gehen. Hierzu startet am 16. Dezember 2019 ein erster Runder Tisch in Bonn. Teilnehmen werden Industrievertreter, Vertreter aus dem Gesundheitssektor, der Wasserwirtschaft, der Umweltverbände und der Länder. Es ist vorgesehen, dass die Organisation und Moderation des Runden Tisches von den beteiligten Akteuren im Wechsel durchgeführt wird, so dass ein ausgewogener Prozess gewährleistet werden kann.

Röntgenkontrastmittel können durch den menschlichen Körper nicht aufgenommen werden und werden daher unverändert ausgeschieden. Kläranlagen können diese Substanzgruppe allerdings kaum zurückhalten. Dadurch gelangen diese Mittel auch in die Gewässer, wo sie lange verbleiben und häufig nachgewiesen werden. Die Gewinnung von Trinkwasser wird dadurch aufwendiger. Ziel ist es, durch Maßnahmen bei der Produktwahl, bei der Herstellung, der Anwendung sowie durch Maßnahmen nach der Anwendung, den Eintrag von Röntgenkontrastmitteln ins Abwasser zu reduzieren, damit diese nicht über aufwendige und kostenintensive Technologien nachträglich entfernt werden müssen.

Auch Arzneimittelwirkstoffe stehen im Fokus der Spurenstoffstrategie, da sie durch die gängigen Kläranlagen nur unzureichend zurückgehalten werden. Die Wirkstoffe gelangen entweder im Zuge der normalen Anwendung über menschliche Ausscheidungen durch das Abwassersystem in unsere Gewässer oder durch die falsche Entsorgung über Toilette und Spüle.

Alle beim Stakeholder-Dialog vereinbarten Maßnahmen werden in einer Pilotphase getestet und anschließend unabhängig evaluiert werden. Zur Organisation, fachlichen Begleitung und Evaluierung der Pilotphase sind das Fraunhofer ISI, die IKU GmbH und das Umweltbundesamt einbezogen.

Weitere Informationen
Im Stakeholder Dialog zur Spurenstoffstrategie des Bundes, hatten sich die beteiligten Stakeholder auf vielfältige Maßnahmen und Vorgehensweisen geeinigt und diese in einem Ergebnispapier dokumentiert: www.bmu.de/download/ergebnisse-der-phase-2-des-stakeholder-dialogs-spurenstoffstrategie-des-bundes/