Nationale Klimaschutzinitiative: KSI-Netzwerk zur Energie- und Ressourceneffizienz der kommunalen Abwasserbetriebe in der Region Mosel-Eifel-Hunsrück Förderkennzeichen: 03K14003

https://www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen

Mit der nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.

Nach einer Förderzusage durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (KSI) und inhaltlich mitgetragen vom Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz, den kommunalen Spitzenverbänden in Rheinland-Pfalz und der Energieagentur Rheinland-Pfalz kann das Netzwerk Energie- und Ressourceneffizienz Region Eifel/Mosel/Hunsrück an den Start gehen. Ziel der am Netzwerk beteiligten kommunalen Unternehmen ist es, mit nachhaltigem Handeln zur Erreichung der Umweltziele im Sinne der Agenda 2030 beizutragen. Die Organisation und Sachverwaltung der Fördermittel übernimmt der DWA-Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland.

Auf dieser Grundlage haben sich im Sinne des Grundsatzes „global denken – lokal handeln“ im ersten Schritt die folgenden neun kommunalen Eigenbetriebe in der Region Eifel/Mosel/Hunsrück zu einem Netzwerk zusammengefunden und am am 09.09.2020 das Netzwerk gegründet

Stadtwerke Bitburg, Südeifelwerke AöR, Verbandsgemeindewerke in Kelberg, Konz, Maifeld in Polch, Prüm, Schweich, Ulmen und Zell.

Vorhabenbeschreibung:

Die kommunalen Abwasserbetriebe betreiben Pumpwerke und Kläranlagen. Damit sind sie der größte Stromverbraucher der kommunalen Liegenschaften. Bei Kläranlagen handelt es sich um technische Anlagen mit vielen Verfahrenskomponenten. Darüber hinaus sind Pumpen im Einsatz, die Abwasser und Schlamm transportieren und Zusatzstoffe dosieren. Alle diese Aggregate benötigen elektrische Energie, die es im Zusammenwirken zu optimieren gilt.

In den Kläranlagen werden in biologischen Verfahren energiereiche Fraktionen aus dem Abwasser herausgetrennt, welche als Klärschlamm anfallen. Neben Kohlenstoffverbindungen handelt es sich hierbei um phosphorreiche Verbindungen. Der Klärschlamm stellt folglich eine Phosphorressource dar. Der Prozess der Abwasserbehandlung und der Aufbereitung Schlamms stellen die Grundlage für ein funktionierendes Phosphorrecycling dar und stehen in direkter Abhängigkeit zum Stromverbrauch.

Bei großen städtischen Kläranlagen sind anaerobe Verfahren mit Schlammfaulung und Energieerzeugung verbreitet. Dagegen handelt es sich bei den kleineren älteren Anlagen im ländlichen Raum meist um aerobe Verfahren ohne Energieausbeute. Hier stellt sich in den nächsten Jahren die systemische Frage nach der richtigen Verfahrensart.

Diese Themen stellen sich bei den kommunalen Abwasserwerken in der Region gleichermaßen. Um die Themen konkret zu begleiten und die erforderlichen Maßnahmen bei den Abwasserwerken umzusetzen, soll das Netzwerk gegründet werden.

Ziel ist es, konkrete Maßnahmen bei der Umsetzung im Netzwerk aktiv zu begleiten. Da sich die Fragen und Maßnahmen vielfach gleichen, soll das Netzwerk auch eine Plattform der „Hilfe untereinander“ darstellen. Unter Ausnutzung und Mitwirkung der Fachleute, die der DWA angeschlossen sind, sollen im Netzwerk die einzelnen Maßnahmen bei den Teilnehmern begleitet und ein Monitoring eingesetzt werden.

Inhalte

Folgende inhaltlich-fachliche Arbeitsschwerpunkte sind vorgesehen:

  • Energieoptimierung von Abwasseranlagen nach DWA A-216
  • Energieeffizienz im Zuge der Vorbereitung der Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm
  • Aufstellung von CO2-Bilanzen
  • Energiespeicher auf Kläranlagen
  • Erfahrungsaustausch bei den administrativen Betreiberpflichten hinsichtlich den Meldungen an das Marktstammdatenregister, bei der Positionierung der Kläranlagen als Regelenergie, beim Energiecontracting und Energieeinkauf und der Öffentlichkeitsarbeit

Projektvolumen

Das Gesamtvolumen des Projektes beläuft sich auf 334.491,00 € über einen Zeitraum von 3 Jahren

KSI-Netzwerk